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Indian Chieftain

Für alle Motorrad-begeisterte und solche, die es nach der Lektüre dieses Blogs noch werden 😜, ist hier mein Erfahrungsbericht über die Indian Chieftain.

Optisch finde ich die Maschine sehr gelungen! Klassische Form gut interpretiert und sehr sauber verarbeitet. Es macht immer wieder Freude die Indian anzuschauen. Und ich bekomme hier viele ‚thumb ups‘ 👍 von Leuten, welche mich beim Vorbeifahren bemerken. Auch werde ich oft darauf angesprochen wenn ich sie irgendwo abstelle.  

Einiges zu dem gefälligen Erscheinungsbild trägt sicherlich das Chrom bei, welches sehr grosszügig verteilt wurde. Und hier wären wir beim ersten Problem: Das Chrom auf dem Tank spiegelt wunderschön die Umgebung, aber auch die Sonne☀️ Zur Mittagszeit, wenn die Sonne hoch steht, blendet das ziemlich stark von unten! Abhilfe 1: Den klappbaren Integralhelm schliessen, was die Reflektion von unten blockiert (und in der Wüste den Hitzeschlag bekommen). Abhilfe 2: Mit einer Hand auf dem Tank, das Chrom abdecken, was über längere Strecken nicht sonderlich bequem ist.  

Die Sitzposition ist angenehm und der Sattel ist auch über längere Strecken bequem. Ok, hin und wieder muss man sich schon ein wenig bewegen und rumrutschen, vor allem auf den langen geraden Strassen, welche sich bis zum Horizont erstrecken. Es gibt übrigens keine Option auf eine Sitzheizung. Diese ist in Form von Motorhitze fest eingebaut und lässt sich auch nicht abstellen 😜 

Die höhenverstellbare Windschutzscheibe ist für meine Grösse knapp genügend. Ich wünschte mir 2-3 cm mehr auf der höchsten Stufe, aber es geht auch so. Die ganze Front schützt recht gut vor dem Fahrtwind auf längeren Strecken. Das Cockpit ist ruhig im Erscheinungsbild und die Instrumente sind gut ablesbar. 

Am Rechten Griff ist der (schwarze) Tempomatschalter zu weit links. Man muss den Daumen etwas überstrecken, um daran zu kommen. Warum der (rote) Zündung ein/aus Schalter näher dran ist, obwohl man diesen seltener braucht (und nur im Stand), bleibt für mich (insbesondere als Usability Designer) ein Rätsel. Ich hätte diese zwei Schalter gerade anders herum angeordnet. Oder noch besser, den Tempomat-Schalter nach rechts verschoben wo jetzt gar nichts ist (der mit dem Daumen am besten zu erreichbare Ort!) 

Kommen wir zum Herz der Maschine: dem Motor, welcher übrigens in der Schweiz entwickelt wurde von der Firma Swissauto. Die 111 steht für die Anzahl Kubik Inches Hubraum, was umgerechnet 1.8 Liter entspricht. Übrigens so viel wie mein Auto 😉 Und der grosse Hubraum fühlt sich auch so an😎 Die Kraftentfaltung beim Drehen am Gashebel ist deutlich spürbar und auch sehr angenehm hörbar. Dazu gibts «good vibrations»😃 Die daraus resultierende Beschleunigung wird Sportfahrer nicht sonderlich beeindrucken, was jedoch am Gewicht der Indian liegt (385 kg 😱 ohne Fahrer). Aber man kommt schon recht flott weg, wenn man möchte😎 auf jeden Fall ein g..randioses Gefühl😎 

Das Manövrieren im Stand ist wegen des hohen Gewichts nicht ganz einfach: es geht😋 wenn auch vorsichtig und man muss sich gut überlegen, wo man anhält, damit man wieder ohne schweisstreibende Manöver wegfahren kann.  

Apropos Anhalten: Die Bremsen. Ja, sie haben eine geschwindigkeitsvermindernde Wirkung😜 Es ist kein Vergleich zu meiner BMW – wo man den Bremshebel mit «Anker werfen» anschreiben könnte – aber sie funktionieren und so muss man einfach früher zu bremsen anfangen😎 Problem gelöst 😜  

Mein Fazit: Ein ganz lässiger Töff, sowohl zum Fahren als auch zum Anschauen. Etwas träge, aber hey, es ist kein Sportler sondern ein Cruiser. In den Kurven agil genug, zum geradeaus Fahren gemütlich und insgesamt sehr zufriedenstellend, insbesondere hier in den USA. I like it 👍😎 

4 thoughts on “Indian Chieftain

  1. 385kg? Mit dem verbauten Material könnte man doch eigentlich auch zwei oder drei Motorräder bauen!
    Könnt ihr noch eine Hörprobe der Maschinen liefern?

    1. Mal schauen, ob wir die Hörprobe noch hinkriegen.
      Mein liebster Sound ist bei 40 mph im 6 Gang; Dann tuckert der Motor so schön Bass-betont und langsam wie ein alter Fischkutter. Wenn man dann richtig Gas gibt, dann tuckerts noch intensiver! Herrlich!

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